10.08.2012
„Charakter“ als Einstellungsmerkmal

Charakter statt Stromlinie. Immer häufiger erkennen Unternehmen das Potential von Querdenkern mit sogenannten "krummen" Lebensläufen. Der optimale Lebenslauf, von professionellen Beratern empfohlen: Studium an einer Spitzenuniversität, selbstverständlich in Rekordzeit, möglichst viele Praktika, davon einige im Ausland, zwei Fremdsprachen fließend, mobil, strahlend weißes Lächeln, modischer Kurzhaarschnitt (auch die Frauen!), Partner – aber ungebunden und allzeit einsatzbereit. (Joschka Fischer, der bisher immer noch populärste Außenminister unseres Landes, wäre mit seinem Lebenslauf in seinem eigenen Ministerium wohl nicht mal als Pförtner in die engere Wahl gezogen worden.)

Hinter diesen vor Fachkompetenz strotzenden, analytisch brillanten, kühl kalkulierenden Köpfen stecken nicht selten berechnende - wenn’s drauf ankommt illoyale - Opportunisten ohne Persönlichkeit und Charakter. Zahlreiche Manager- und Politikerskandale der jüngsten Vergangenheit belegen dies eindrucksvoll. Da werden ohne Skrupel Zahlen manipuliert, Bilanzen frisiert, Doktorarbeiten abgeschrieben und die Raffgier kennt schier keine Grenzen.

24.07.2012
Gesetz zur Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen

Bis zum Jahr 2030 sollen in Deutschland angeblich mehrere Millionen Fachkräfte fehlen. Den steigenden Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften will man durch Zuwanderung decken. Dabei leben die so dringend benötigten Fachkräfte schon lange mitten unter uns - und oft sind sie hoch qualifiziert. Das Problem war bislang die fehlende Anerkennung der ausländischen Berufsabschlüsse. Seit April 2012 garantiert ein neues Gesetz erstmals einen rechtlichen Anspruch auf Überprüfung der Gleichwertigkeit der Berufsqualifikationen. Es gilt für alle Berufe, für die der Abschluss in Deutschland bundesstaatlich geregelt ist - beispielsweise Ärzte, Rechtsanwälte und Ausbildungsberufe. Über einen Antrag muss innerhalb von drei Monaten entschieden werden. Auch für Berufe wie Lehrer und Erzieher, für die die Länder zuständig sind, soll das Verfahren in absehbarer Zeit vereinfacht werden. Um die Anträge auf Anerkennung zu bearbeiten, haben die Industrie- und Handelskammern eine Zentrale in Nürnberg gegründet. Sollte die Ausbildung im Ausland dem deutschen Berufsbild nicht entsprechen, müssten die festgestellten Mängel in Weiterbildungen ausgeglichen werden. Ob und wie diese von der Agentur für Arbeit oder den Jobcentern gefördert werden, bleibt abzuwarten. Weitere Informationen gibt es unter www.anerkennung-in-deutschland.de. Eine Hotline ist montags bis freitags von 9 bis 15 Uhr unter der Nummer +49 30 1815 1111 zu erreichen. Informiert wird in Deutsch und Englisch.

12.07.2012
Aus dem Job direkt in Hartz IV: Arbeitslosenversicherung verliert an Bedeutung

Bundesweit erhalten laut einer Studie der Arbeitnehmerkammer Bremen nur noch 28 Prozent der Arbeitslosen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Immer mehr Menschen landen direkt aus dem Job in Hartz IV. Beschäftigte zahlen zwar Beiträge , erhalten bei Arbeitslosigkeit aber keine Leistungen. Ursache sind u.a. kurzfristige , schlecht bezahlte Jobs. Die Folge von Dumping-Löhnen ist ein Dumping-Arbeitslosengeld I. Um den Lebensunterhalt zu sichern, muss "aufgestockt" werden, mit allen negativen Konsequenzen, die sich daraus für den Einzelnen ergeben. Mehr Informationen inklusive der kompletten Studie als PDF gibt es hier: www.arbeitnehmerkammer.de/presse/pressearchiv/20120712_arbeitslosengeld.html

08.07.2012
Junge profitieren nicht vom „Jobwunder“

Laut einer Umfrage der IG-Metall hat jeder dritte Arbeitnehmer unter 35 Jahren eine befristete oder unsichere Arbeit. 32 Prozent der Beschäftigten unter 35 Jahren arbeiten in schlecht oder gar nicht bezahlten Praktika, in Zeitarbeitsfirmen, befristeten Stellen oder mit Werkverträgen. Das ist eine Steigerung um vier Prozent innerhalb von vier Jahren. Bei Älteren sank der Anteil der sogenannten „prekären“ Arbeitsverhältnisse im gleichen Zeitraum von 16 auf elf Prozent. Diese Situation führt nicht nur zu psychischen Belastungen, sondern hat auch gesamtgesellschaftliche Auswirkungen. Die Lebensplanung und damit auch mögliche Familiengründungen werden erschwert, berufliche Aufstiegschancen behindert. Ich habe in meinen Kursen immer öfter Teilnehmer unter 30, bei denen auf Grund der vielen kurzen beruflichen Stationen zwei Seiten für einen Lebenslauf nicht mehr ausreichen.

04.07.2012
Anti-Herdprämie

Der Münchner Elektrokonzern Siemens hat im vergangenen Jahr den seit 2006 möglichen steuer- und sozialversicherungsfreien „Kinderbetreuungszuschuss“ eingeführt, um Eltern einen zusätzlichen Anreiz zu geben, möglichst bald nach der Geburt ihres Kindes wieder in den Arbeitsalltag zurückzukehren. Bei nachgewiesenen Betreuungskosten zahlt Siemens 100 Euro. Das summiert sich auf 10 bis 12 Millionen Euro jährlich. Darüber hinaus bietet Siemens jungen Eltern bis zu 14 Monaten nach der Geburt monatlich 500 Euro als Zuschuss zu den Kinderbetreuungskosten, wenn sie schnell in den Beruf zurückkehren und in Teilzeit arbeiten.

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